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BLASIUS MACHT MORGEN ROT

3. Februar 2024

… aber keinen Schönwettertod. Auch ein Segen.

Ist es ein Streich, den einen die Erinnerung spielt, oder hat es früher auch diese feuerroten Morgenhimmel über dem Etschtal gegeben? Wie dem auch sei, von überwältigender Schönheit. Und das Morgenrot von heute bedeutet keinen Schönwettertod, wie das Sprichwort sagt. Der Blasius-Segen auf Schloss Braunsberg kann in frühlingshaftem Sonnenschein eingeläutet werden, pünktlich um 3 Uhr nachmittag. Nicht umsonst heißt das Wettersprichwort:

St. Blasius stößt dem Winter die Hörner ab.

Im Volksmund ist Blasius der „Halsweh-Heilige“. Beim Blasiussegen hält der Priester zwei Kerzen in Form des Andreaskreuzes vor den Hals und spricht das Blasius-Gebet. Das oft mit St. Blasius abgebildete Fischskelett lässt erahnen, dass der Blasiuskult aus dem Mittelmeer-Raum kommt. Die Gefahr der Erstickung oder Verletzung durch Fischgräten ist schließlich im maritimen Bereich häufiger als im alpinen.

Das Portal sagen.at weiß etwas ganz Besonderes zu berichten über Blasius auf Schloß Braunsberg.

„In der Kapelle des Schlosses Braunsberg über Lana suchte man Heilung von Halsleiden durch Trunk aus einem Kelche, die Blasiusminne.“

Der Minne-Brauch

Minne ist Althochdeutsch und bedeutet u. a. Gedenken. Es war altgermanischer Brauch, zu Ehren eines Gottes oder eines Toten die Minne zu trinken. Das wurde im Christentum auf Heilige übertragen. Dass der Minnetrunk nicht mehr im kollektiven Gedächtnis verankert ist, hat seinen Grund darin, dass ein Gedächtnistrinken sehr oft in ein ordentliches Besäufnis ausartete. Deshalb wurde das Minnetrinken von den Behörden eingeschränkt. Mancherorts gibt es noch die Blasius-, Johannis-, Martins-, Gertruden- und Sebastians- Minne. Der Brauch lebt noch schwach fort beim Totentrunk nach dem Begräbnis, dem „Pietschen“.

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